NEWS 2017


09.09.2017 

 

Auf Grund Haare an den Beinen und wachsendem Bauchansatz werde ich die kommenden Rennen wieder in der Amateurkategorie bestreiten. 

Am 29.10.2017 werde ich an der EKZ Crosstour an meinem Heimrennen in Hittnau erstmals wieder eine Startnummer am Rücken haben.  Startzeit 11:25.

Ich werde diesen Winter wie auch kommende Sommersaison auf eigenen Wunsch ohne Team/Sponsoren fahren.


9. Juli 2017, Welt Cup Elite Men Lenzerheide

Bereits am Donnerstag bekundete ich zum ersten Mal die Strecke bei der Talstation des Rothorn. Freitags und Samstags ebenso und dem entsprechend vorbereitet fühlte ich mich auch. Anfang Woche hatte ich gesundheitlich etwas Mühe (BikeGiro lässt grüssen) fühlte mich aber ab Mitte Woche viel besser.  Um 14:45 Uhr war der Start angesagt, um 14:00 sass ich auf der Rolle und wärmte mich auf, währenddessen schüttete es ausserhalb meiner 3x3 Meter Schutzzone wie aus Kübeln. Die ganze Woche über war die Strecke staubtrocken, teils Passagen durch den Staub rutschig geworden, lediglich von der Nacht von Freitag auf Samstag gab es etwas Regen, welcher die Strecke schneller machte. Und nun das, 45min bis zum Start und von den insgesamt 119 Athleten waren alle nur bei trockenen Bedingungen auf der Strecke. Wie nass wird es? Wie schnell trocknet es ab? Was ist der optimale Reifendruck? Reifen noch wechseln oder pokern? Schlussendlich kann ich sagen, dass wir zum Startschuss kein Regen mehr hatten, insgesamt aber 119 Fahrer mit Trockenreifen auf einer extrem schmierig/Nasse Strecke  unterwegs waren, die bereits trocken sehr anspruchsvoll ist. Die Startgerade bot bereits viel Ellbogeneinsatzpotenzial und Potenzial sollte man nutzen. 3 Crashs bereits vor dem ersten Trail, und da ich wieder einmal als letzter ins Rennen ging waren alle Stürze vor mir. Im Trail wars wie zur Mittagszeit im Lebensmittelmarkt, anstehen war angesagt, einfach ohne die Pensionierten. Als es dann endlich mal zu rollen begann kam das erste Waldstück und über den ersten Drop kamen alle quer geflogen da die Reifen anderes vorhatten als die Fahrer. Ich kämpfte mich durch so gut es ging und bei der nächsten Schlüsselstelle entschied sich ein Fahrer AUF DER KANTE dass er doch die Hosen voll hat und das Bike lieber schultert und UMDREHT!!!!!! Ratet mal wer direkt dahinter mit viel Speed gefahren kam? genau, der Obrist. Erst krachte ich in sein Bike, dann donnerte ich ohne das meine den Rest der Schlüsselstelle herunter.  Der Bremshebel zeigte gen Himmel, der Schuhverschluss war ab, der Griff am Lenker gelöchert und die Tapete am Allerwertesten war auch ab. Insgesamt 7 Runden wurden verlangt, da 80% Regel und Olympiasieger am Start rechnete ich mit 4 Runden Renndauer für mich. Körperlich fühlte ich mich bereits nach 10min vollends ins Nirvana versetzt, der Puls jenseits der 200er Marke. In der zweiten Runde war die Strecke schon besser fahrbar, bergab konnte ich einige Löcher schliessen und Plätze gutmachen. Etwas weniger Druck in den Reifen wäre nicht falsch gewesen dachte ich mir (Ich hatte 1,4 Bar), ehe ich beim nächsten Drop das Fahrwerk bis zum Anschlag ausnutzte und es mir fast die Reifen von den Felgen drückte. Besagte Schlüsselstelle kam ich diesmal Sturzfrei runter, allerdings mit kurzem ausrutschen auf der Kante und Einbeinigem runterwürgen. So quälten wir uns also über die Piste, in Runde 3 nahm ich mein lang ersehntes Cola entgegen, der Zucker wirkte Wunder und ich konnte nochmals etwas zulegen und zu zwei Kontrahenten aufschliessen. In Runde 4 gaben wir uns den Rest und kämpften um jeden Meter ehe wir nach bereist 1h Renndauer auf eine fünfte Runde geschickt wurden!! Bei World Cups gibt es die 80% Regel, wir waren wahrscheinlich erst 79% hinter Nino Schurter zurück, die Gruppe hinter uns wurde aus dem Rennen genommen und wir wünschten uns, wir wären es auch. Die lange Steigung standen wir bockstill, 2 Gänge kleiner als sonst, die Beine am übersäuern,  die Pumpe am Limit und die Kettensäge der Schweizer Fans am kreischen. Wenigstens hatten die Trockenreifen ihre Berechtigung, es trocknete zusehends ab und die leichten Reifen retteten mich vor Krämpfen am Berg. Meine letzte Runde brachte ich mit nur einem Sturz über die Bühne und selten war ich so froh, wenn mir der Kommissär sagte ich solle aus dem Rennen. Rang 94. am Ende

 

Das nächste Rennen gibts wohl erst 2018, ich habe den Job gekündigt und gehe ein paar Monate auf Reisen und komme irgendwann Mitte Oktober zurück. 

 

Die Rangliste zum Rennen gibts HIER

und die Bilder HIER (weitere folgen)


01.07.2017 Bike Giro Engadin

 

Zum dreitägigen Bikerennen in St. Moritz reiste ich eher kurzfristig an, für mich sollte das Rennen als Vorbereitung für den Weltcup dienen. Die Anreise via Julier war wie in eine andere Welt, weisse Bergspitzen und Temperaturen um den Gefrierpunkt erwarteten die Teilnehmer. Ich richtete mein Lager auf dem Campingplatz Silvaplana ein und hoffte auf eine nicht zu kalte Nacht da ich nicht den Luxus einer Standheizung mein Eigen nennen kann. Bereits am Mittwoch beim Abendrennen hatte ich Mühe meinen Tritt zu finden, am Freitag beim Prolog lief es nicht besser... Nur schwergängig liess sich die Kurbel bewegen, das Startintervall von 15 sek. zeigte mir schnell auf, wie gut die Konkurrenz unterwegs war. Berghoch ging es ganz okay, aber auf der Geraden hatte ich keine Kraft. Bergab wurde mir zudem schlecht und ich musste eine kurze Pause einlegen. Ob es an der Höhe lag oder am letzten Arbeitstag vom Donnerstag mit Abschlussbier lasse ich mal offen. Jedenfalls hatte ich bereits nach dem Prolog bereits 18min Rückstand auf die Spitze, auf eine Siegerzeit von einer guten Stunde. Die Nacht überstand ich recht gut, ich zapfte beim Wohnmobil nebenan die Stromquelle an und liess die Heizung laufen. Gestern Samstag gab es 77km zu bewältigen, bereits am Massenstart kam ich ordentlich ins Laktat und musste kämpfen um an der Spitze zu bleiben. Im ersten Anstieg liess ich bereits reissen, der Puls war bei 170 Schlägen wie festgenagelt, höher ging nicht. Die Spitzenfahrer der Fun-Kategorien zogen an mir vorbei, ich fiel zurück von Platz 30 zu 40 zu 50 und so weiter. Berghoch fand ich hin und wieder so etwas ähnliches wie Kraft, konnte an einer Gruppe dranbleiben und Bergab davonfahren, aber auf der Geraden stand ich still. Nach ca. 30 km lag ich irgendwo um Rang 80, Beine so dick wie Bäume und der eigentliche Anstieg erst in Sichtweite. Bei km 44 hielt ich an der Verpflegung an, stopfte einen Berliner (Highlight des Tages, es gab tatsächlich Berliner) und Kuchen in mich rein, meldete mich beim Streckenposten ab und rollte zurück auf den Campingplatz nach Silvaplana, packte meine Sachen und fuhr nach Hause. Ich hätte es sicher bis ins Ziel geschafft und auch die heutige Etappe hätte ich irgendwie überlebt, allerdings unter ferner liefen und die Beine wären sicher nicht besser geworden. Deshalb Handbremse gezogen, Beine hochlagern und dafür sorgen, dass nächste Woche meine Pumpe wieder wie gewohnt arbeitet. Schade um das DNF aber der Weltcup hat Priorität.


13.06.2017 Saint Louis, Alsace, France

Als ob es nicht schon reichen würde, jeden Mittwochabend sich die Lunge auszuwringen, machte ich mich gestern Dienstag auf den langen Weg ins Französische Saint Louis, gleich an der Basler Grenze.  Durch den Feierabendverkehr mit Gubrist und co brauchte ich ordentlich Zeit, kam aber genug früh an. Schwer zu finden ist die Strecke nicht, einfach der grösstmöglichen Strasse entlang bis die Parkverbotstafeln einem in die Augen stechen. Die Teilnahme ist nur auf Einladung, was sich dank Dolmetscherin einrichten liess. Ohne Lizenz schien ich aber auch da nicht weit zu kommen, und eben diese lag zu Hause im Schrank. Dann kam der Veranstalter vorbei, grüsste mich, drückte mir meine Nummer in die Hand und wünschte mir alles Gute fürs Rennen. Ab 18:00 Uhr galt das Parkverbot, ab 18:05 hatte jedes noch parkierte Auto eine Busse dran und rund 20min später fuhren 5 Abschleppautos vor und luden auf was sie kriegen konnten. Flatterband gibt es nicht, die Strecke wurde komplett mit Absperrgitter gesichert, an jeder Strassenkreuzung parkierten sie ein Lastwagen oder eine grosse Mulde. Das Rennen war ein Kriterium, eine Runde knapp 1km lang, 1h30min Renndauer plus 10 Runden zu absolvieren. Um 19:30 erfolgte der Start. Es waren 3 grössere Teams am Start, diese hielten das Tempo konstant hoch, was bei den windigen Verhältnissen nicht einfach war. Zwischendrin gab es immer wieder Prämiensprints. Ich fühlte mich grade etwas überschwänglich also platzierte ich mich recht gut, kam schnell aus der letzten Kurve und konnte im Gegenwind 6 Kontrahenten abfangen. Die 30 Euros gehörten schon mal mir. Mit zunehmender Renndauer stiegen auch die Prämien, bis zu 150 Euro, welche aber die Teams unter sich aufteilten. Ich startete insgesamt 3 Versuche vorne wegzufahren, kriegte aber keine Unterstützung von den Begleitern und so wurden wir stets wieder gestellt. Ich hielt relativ locker mit, musste nur in den Sprints über meine Grenzen gehen. Das Gerangel wird in Frankreich zusätzlich mit lautstarken Worten unterstützt, die Strecke ist nicht dort fertig wo es die Strasse  ist und einige wissen jetzt ganz genau wie viel Schräglage es vermag bis die Pedale zu kratzen beginnt. So drehten wir unsere Runden bis die Kirchenglocken 21:00 einläuteten. Die letzten 10 Runden waren eröffnet, dazwischen 2 grosse Prämiensprints und unzählige Angriffe, Rempler und Fluchwörter. In einer Kurve ging mir der Platz aus und so war ich nicht optimal platziert als es auf die letzten 3 Runden ging. Vollgas nach vorne, so gut es geht, aber das wollen alle. Rang 28 am Ende geht in Ordnung, besonders für einen Solofahrer der eigentlich nicht gerne geradeaus fährt.

 

Bilder folgen


28.05.2017 World Cup Albstadt Elite Men

 

146. So lautete die Nummer, welche heute an meinem Lenker prangte. Dann gab es noch ein Deutscher, der hatte die Nummer 147. Das wars dann aber auch, weiter hinten stand niemand mehr bereit in der Startaufstellung. Dafür 145 Personen vor mir, die gesamte Weltelite, die Besten der Besten, und ich mittendrin, oder besser gesagt, dahinter. 2min vor dem Start fiel einem Deutschen die Pedale von der Achse, kann ja was werden, dachte ich mir, und startete mein GPS. Der Puls lag bereits bei 160, nicht wegen den 32 Grad, nicht wegen dem Warm Up sonder schlicht wegen meiner Nervosität. Um 14:15 Uhr knallte der Startschuss in den blauen Himmel, gefühlt um 14:16  setzte sich auch die hinterste Reihe in Bewegung. Der Marschplan sah einen Startloop und 7 Runden vor, auf Grund der 80% Regelung stellte ich mich auf eine persönliche Renndauer von einem Startloop und 3 Runden ein, geschätzte 45min würde ich unterwegs sein. Die Startrunde verlief extrem hektisch, die Ellbogen waren seeehr weit ausgefahren, die Strecke aber sehr schmal ist und selten mehr als 2 Fahrern Platz bietet. Kurz zur Strecke: Steil rauf, teilweise sehr steil, und zügig Bergab, nicht sehr technisch, aber wenn das Her mit 190 Schlägen in der Minute gegen die Schädeldecke donnert doch noch anspruchsvoll. Zurück zur Startloop: In den ersten Paar Kurven waren meine Ellbogen die stärkeren, ich kam gleich einige Ränge nach vorne, dennoch hiess es anstehen und laufen, laut fluchen, schupsen und noch lauter fluchen und weiter laufen. Ab der ersten Runde gab es etwas mehr Platz, die Spitze hatte zu diesem Zeitpunkt aber bereits einen ordentlichen Vorsprung. Ich ging einfach all-in fuhr so schnell wie ich nur irgendwie konnte um über die Runden zu kommen. Bald war ich in den ersten Hundert angekommen, büsste aber bald für meinen schnellen Start und musste ein paar Plätze hergeben. In der dritten Runde kamen von hinten ein Kasache sowie ein Namibier herangebraust. Ich hängte mich an ihr Hinterrad und musste ordentlich leiden. In der Abfahrt wollte ich sie überholen, flog dabei fast in hohem Bogen von der Strecke und reihte mich wieder ein. Zu dritt waren wir überzeugt davon, dass wir bei der Zieldurchfahrt der 80% Regel zum Opfer fallen und sprinteten um die verbleibenden Ränge. Ich hätte den Sprint souverän gewonnen, wurde aber nicht aus dem Rennen genommen sondern musste nochmals mind. eine absolvieren. So im Elend wie wir Drei war sonst wohl kaum wer, und die Steigung schien uns so steil wie noch nie zuvor. Gegen das Ende meiner 4. Runde überholte mich zuerst das Führungsmotorrad und wenige Minuten später zog ein Scottfahrer im Weltmeistertrikot an mit vorbei. Bergab verlor ich ihn aus den Augen und wenig später kam dann die lang ersehnte 80% Regel zum Einsatz und ich durfte unter die Dusche, bzw. unter den Gartenschlauch. Rang 109 am Ende mit 1h10min Fahrzeit obwohl meine Kräfte bereits nach 45min aufgebraucht waren. Bin zufrieden, die Stimmung war geil, ebenso die Strecke und meine Form stimmt auch. Ab mitte Woche werden dann auch die Beine nicht mehr so wehtun.

 

Bilder  


24.05.2017 Mittwochabendrennen

Normalerweise verbringe ich meine Mitwoch Abende stets in Hagebuch bei Elgg, nahe Winterthur um Strassenrennen zu fahren, kleine feine Rennen, ohne grossen Aufwand, in erster Linie um ein intensives Training zu haben. Dieses Rennen fiel auf Grund der Auffahrt aus, was den Veranstaltern eines anderen Abendrennens in der Planung des Kalenders ausser Acht blieb. So verbrachte ich jenen Mittwoch also in Hinwil, neben der Autobahn auf der Panzerpiste. Ein Kriterium sollte es werden, 32 Runden à 1.2km, jede 4. Runde gibt es eine Wertung. Alle starken Fahrer vom Rennen am Wochenende waren schon mal da, ebenso einige Strassenfahrer. 31. Leute insgesamt. Ich fuhr von Winterthur mit dem Rad ans Rennen, so hatte ich bereits 35km Zeit mich warm zu fahren. Die erste Wertung konnte ich zu meinem eigenen Erstaunen mit einer Radlänge Vorsprung für mich entscheiden, kurze Zeit später fuhr ich vorne raus und nur 3 weitere konnten mir folgen. Wir drehten einige Runden, konnten aber keinen Rundengewinn verbuchen. Hinten zog das Tempo allmählich an und das Hauptfeld wurde immer kleiner. Als wir eingeholt wurden war ich ziemlich im Elend, konnte aber doch noch in den Sprints mithalten und ein paar Punkte holen. Am Ende reichte es für den 5. Rang, bei einem sehr starken Feld. Nächste Woche gerne wieder!

 

Rangliste          Fotos


21.05.2017 EKZ Cup Wetzikon

 

Das Rennen in Wetzikon ist sehr schnell und flach, besonders bei trockenem Wetter. Gerade mal 31Höhenmeter weist eine Runde auf, bei etwas mehr als 2,1km. 10 Runden gab es für uns zu absolvieren. 2h vor dem Start kam ich auf dem Renngelände an, holte meine Startnummer und wollte eine Besichtigungsrunde starten. Leider bockte meine hintere Bremse, das Rad drehte nicht und der Bremshebel hatte keinen Leerweg mehr. Hinterrad raus, und alte Beläge rein, nun bewegte sich zwar der Bremshebel, aber die Bremsbacken blockierten nach wie vor das Hinterrad. Nach hin und her funktionierte die Bremse komplett nicht mehr. Zum Glück arbeite ich gerade um die Ecke, kurz ins Geschäft und eine neue Bremse montiert, zwar schlampig und in Rekordzeit aber Hauptsache es bremst. Ich fühlte mich stark heute, auch im Kopf freute ich mich sehr auf das Rennen obwohl mir die Strecke nicht zusagt. In der dritten Reihe ging ich ins Rennen und powerte mich gleich auf der Startgeraden zur Spitze hervor. Eine Runde lang hielt ich in der 4.köpfigen Spitzengruppe, ehe ich explodierte. Ich brauchte 2 ganze Runden um mich vom Effort zu erholen, fand dann aber meinen Tritt. Nebst einem defekten Lockout gaben auch noch die Lager der Pedalen den Geist auf, so dass ich am Ende laut knackend an 15. Stelle ins Ziel kam. Gute Leistung, gute Beine, nur der Heuschnupfen macht mir noch etwas Sorgen. Am kommenden Sonntag gilts dann ernst, ich starte am Weltcup im deutschen Albstadt.

 

Bilder

 

 


07.05.2017 Profixx Swis Bike Cup Solothurn

Vergangenes Wochenende war Rennfrei, wir hatten Geschäftsausflug in der Region Basel, sprich biken biken und nochmals biken. Dieses Wochenende war ich wieder geschäftlich in Solothurn, wir hatten einen Stand und glücklicherweise kriegte ich eine 3-stündige Auszeit um am Rennen teilzunehmen. Der Freitag war noch trocken, am Samstag regnete es jedoch fast ununterbrochen und die Temperaturen waren um die 10 Grad. Genau mein Ding. Um 15:00 Uhr liess ich meine Kollegen am Stand zurück, fuhr kurz zum Auto, pumpte meine Reifen und versuchte auf der Hauptstrasse im Starkregen irgendwie meinen Fokus zu finden und den Motor auf Temperatur zu bringen. Um 16:00 fiel dann bereits der Startschuss. Kurz zum Feld: Von den 42 startenden sind 36 in der Weltrangliste vertreten, ich stellte mich also auf ein hartes Rennen ein. Die Strecke habe ich vorgängig nicht besichtigt, das Rennen gilt als schnell und technisch sehr einfach, zudem kenne ich die Strecke aus den vergangenen Jahren. Der Start war diesmal etwas anders, wir hatten eine steile Wiesenrampe zu bewältigen, bei welcher ich erste Ränge gut machen konnte. Auf dem langen Teerabschnitt in Richtung Wald schaffte ich den Anschluss an die grosse Spitzengruppe, im Wald musste ich aber etwas zurücknehmen. Ich fühlte mich erstaunlich stark und kam nicht in den roten Bereich, besonders auf den Teerabschnitten konnte ich ordentlich aufs Gas drücken. Sind wohl die Strassenrennen welche ihre Wirkung zeigen. Allmählich fand ich meinen Tritt, musste zwar oft am Berg meine Kontrahenten ziehen lassen, hatte aber in der Abfahrt ein super Gefühl fürs Bike und konnte trotz Trockenreifen die Löcher wieder schliessen. Die kalten Temperaturen machten einigen zu schaffen, manch einer gab verfroren das Rennen auf, andere hatten mit Defekten zu kämpfen. Ich zog mein Ding durch und beendete das Rennen ohne Rundenrückstand auf Platz 28. Deutlich über dem was ich erwarten konnte und super zufrieden. 

 

Bilder       Rangliste       GARMIN-Daten


17.04.2017 Strassenrennen Kiesen

 

Als wir auf dem Parkplatz vorfuhren trauten wir kurz unseren Augen nicht, da stand ein "Athlet" im Renntenue und die Startnummer montiert,aber mit Zigarette im Mund rauchend an seinem Auto angelehnt.... Scheint wohl der Unterschied zwischen Hobby und Ambitioniert zu sein dachte ich mir und machte mich auf zur Streckenbesichtigung. Mit 89 Teilnehmenden war das Elite/Amateurfeld sehr gut besetzt, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Strasse Stellenweise nicht mehr als 4 Meter Breite hat. Beim Startschuss war ich zear bereit, habe aber nicht damit gerechnet, dass der rauchende Walliser in meiner Kategorie startet und prompt war er vor mir und hat mindestens 150 Meter gebraucht, um in die Pedale zu kommen. Somit war ich schon mal etwas weiter hinten eingereiht als ursprünglich erhofft. In Bern gibt es sehr viele schöne Berge und Steigungen, die Veranstalter scheinen dies allerdings nicht zu wissen und der Rundkurs hatte ausser einer Autobahnüberführung keine Höhe zu bewältigen. Im Gegenwind wurde von Beginn das Tempo sehr hoch gehalten, im Rückenwind sowieso. In der zweiten Kurve stand ein Auto, mittendrin, die Oma hatte wohl einen ebenso grossen Schrecken wie das gesamte Fahrerfeld. In der darauffolgenden Kurve haben sich 2 Teamkameraden abgeschossen, die ersten Löcher entstanden bereits. Das wird ja was werden heute, dachte ich mir und war das erste Mal am Anschlag. Seit 3min ist das Rennen eröffnet... In den folgenden Runden war es ähnlich, mind. 1 Sturz pro Runde, das gesamte Feld in Einerreihe am Tempo bolzen, da Seitenwind oder Gegenwind, und wenn endlich mal Rückenwind herrschte, so wurde die Geschwindigkeit einfach auf 55-60km/h erhöht. Nach mehr als einer Stunde hatte ich mich im Feld nach vorne gekämpft, aber leider nicht genug, der Fahrer vor mir konnte nicht mehr, das Loch ging auf. Mit Müh und Not schafften wir zu zweit noch den Anschluss, ehe der nächste das Loch aufriss. Mit einem Sprint kam ich nochmals ran, drehte aber komplett im roten Bereich. 2 Kurven später legte sich einer hin, wenige Plätze vor mir und so war eine Lücke entstanden, welche nicht mehr zu schliessen war, die Spitze und das dezimierte Hauptfeld war weg. Ich drehte noch 2 Runden zum "ausrollen" und stieg dann aus dem Rennen aus, zu holen gab es nichts mehr für mich, den gewünschten Trainingseffekt hatte ich allemal. 

Zum Zeitpunkt als ich abgehängt wurde lag ich etwa an 35. Stelle, es wurden also über die Hälfte aller Teilnehmer Opfer des hohen Tempodiktats.

 

Bilder

 

 


 

 

09.04.2016 Bad Säckingen HC

 

Anstatt Stundenlang im Stau zu stehen entschied ich mich, auf das nahe gelegene Bad Säckingen auszuweichen, weniger Aufwand, länger schlafen. Die Strecke kannte ich vom letzten Jahr, eine Runde Besichtigung genügte also. Während ich also die Zeit überbrückte zwischen kleinem Mittagessen und bis zu meinem Start lief das Rennen der Damen. Der Krankenwagen rückte 5 mal mit Blaulicht aus, der Helikopter flog einmal ein. So viel zu den technischen Anforderungen. Beim Warm up fühlte ich mich recht gut, und die Nervosität machte sich breit. Ich habe noch kein einziges Intensives Training in den Beinen  und stellte mich dem entsprechend auf einen Intensiven Tag ein. Die Konkurrenz war sehr hochkarätig, da das Rennen auf HC Status ausgetragen wurde. Ich musste mich als allerletzter in die lange Schlange des Vorstarts einstellen, hatte bereits vor dem Start einen Puls von 170 Schlägen/min und freute mich richtig, dass die Saison endlich beginnen kann. Ich kam beim Startschuss um 15:00 Uhr aber ganz gut weg, ehe sich ein Kontrahent im Pfosten verhakte und mich zum Stop zwang. An letzter Stelle liegend suchte ich so meinen Rhythmus musste aber die erste Runde mächtig aus meinem Wohlfühlbereich kommen um den Anschluss auch nur halbwegs zu halten. In der zweiten Runde büsste ich für die erste Runde und das Essen meldete sich zurück. Die heissen Temperaturen in Kombination mit der staubigen Strecke taten ihr übriges. Die Beine waren ganz okay für den aktuellen Trainingsstand, am Ende klassiert eich mich auf Rang 39 mit einem Durchschnittspuls von weit über 180! Ein Rennen total im roten Bereich, aber ohne Defekt und ohne Sturz und damit kann ich zufrieden sein. 

 

Bilder folgen später, falls es welche gibt


19.03.2017 Bikerace Niederhelfenschwil

 

Bereits zum 33. mal lud der VC Niederhelfenschwil zur alljährlichen Hundsverlochete im St. Gallischen Niemandsland. Das Rennen hat Kultcharakter und bildet für die meisten Schweizer den Saisonstart in die Sommersaison. Der Start findet nebeneinander statt hintereinander statt, Kategorien gibt es nur sehr wenige bzw,. mehrere sehr grosse. Ich sass zum zweiten Mal in diesem Jahr auf meinem Bike und kam mir etwas fremd vor. Startzeit um 14:00. oder 14:02 oder so, auf jeden Fall starten wir etwas nach 2 Uhr Nachmittags in die Saison. Die erste Rampe erinnerte mich an die vielen Intervalle, welche man machen sollte vor einem Rennen, die aber nie statt fanden. Die zweite Rampe erinnerte mich an die gesunde Ernährung, welche die Leistung in die Höhe schnellen lassen sollte, welche ich durchs Band durch Gerstensaft und frittierte Kartoffeln ersetzte und schliesslich die dritte Rampe, welche mich daran erinnerte, weshalb ich nur mit einer Elitelizenz unterwegs bin obwohl vor mir alles Jungs am bolzen sind, die gut 5 - 10 Jahre jünger sind als ich. Die Pumpe hämmerte jenseits der 200er Marke, die Beine nahmen ein Laktat-Vollbad und der Magen gab mir mein Mittagessen zurück. Das Loch zur Spitzengruppe wurde grösser und grösser, der Tritt immer eckiger und die Kraft flieh von dannen. Eine halbe von insgesamt 12 Runden waren zu diesem Zeitpunkt absolviert... In Runde 2 meldete sich erneut das Mittagessen zurück, ab dann fand ich allmählich meinen Tritt und die Blutgetränkten Lungenflügel erholten sich. Die Strecke indes war ziemlich schnell, technisch Easy aber körperlich hart. Sehr hart. Nach einer halben Stunde Rennzeit ging ich gewaltig ein, in jeder Runde brauchte ich einen kleinen Gang mehr. Einen Platz konnte ich gewinnen weil ein Kontrahent im Gebüsch liegend versuchte sich die gelöste Kurbel samt Pedale vom Schuh zu lösen. Nach 1h 7 min war das Rennen vorbei, auf Rang 18 in meiner Kategorie überquerte ich die Ziellinie, bzw. das Holzbrett mit derselben Funktion. 

Darauf erstmal ein Bier....